Wenn die Abende kürzer werden, schlägt die Stunde der großen Rotweine – und keiner verkörpert das so sehr wie der Amarone della Valpolicella: samtig, kraftvoll, fast schon meditativ. Sein kleiner Bruder, der Ripasso, bringt einen Hauch dieser Größe zum Alltagspreis ins Glas. In diesem Guide erfährst du, wie beide entstehen – und welcher zu dir passt.
Was ist Amarone? Das Wunder der getrockneten Trauben
Das Geheimnis des Amarone heißt Appassimento: Nach der Lese werden die besten Trauben nicht gepresst, sondern monatelang auf Holzgittern getrocknet. Dabei verlieren sie bis zu 40 % ihres Wassers – was bleibt, ist pures Konzentrat aus Frucht, Zucker und Aroma. Erst im Winter werden die rosinierten Trauben gekeltert und trocken durchgegoren. Das Ergebnis: ein tiefdunkler, vollmundiger Wein mit 15–16 % vol, Aromen von Kirschkonfitüre, Trockenpflaume, Schokolade und Gewürzen – einer der großen Rotweine der Welt, aus den Hügeln des Valpolicella nördlich von Verona.
Und was ist Ripasso? Der „kleine Amarone“
Beim Ripasso (wörtlich: „nochmals darübergegangen“) wird fertiger Valpolicella auf die noch warmen, zuckerhaltigen Amarone-Trester gegeben. Eine zweite kurze Gärung beginnt – der Wein nimmt Farbe, Körper, Würze und einen Hauch Rosinensüße auf. So entsteht ein Rotwein mit deutlich mehr Tiefe als ein einfacher Valpolicella, aber schlanker und zugänglicher als der große Bruder – nicht umsonst nennt man ihn den „Baby-Amarone“.
Die Valpolicella-Leiter: vom Alltag zur Andacht
- Bardolino & Valpolicella – leicht, kirschfruchtig, unkompliziert: der Einstieg (z. B. Zenato Bardolino)
- Valpolicella Superiore – mehr Reife, mehr Struktur: Zenato oder Rocca Sveva
- Ripasso – der große Schritt: Kraft und Würze vom Amarone-Trester
- Amarone – die Königsklasse: getrocknete Trauben, große Momente
Unsere Empfehlungen
Der Einstieg in die Ripasso-Welt
Der Rocca Sveva Ripasso zeigt mit Reife und samtiger Würze, wofür die Methode steht – ein hervorragender erster Ripasso zum fairen Preis.
Der Klassiker: Zenato Ripassa
Die Zenato Ripassa ist DER berühmte Ripasso schlechthin – so eigenständig, dass Zenato ihr einen eigenen Namen gab: dicht, samtig, mit Kirsche, Pflaume und feiner Würze. Unser Tipp für alle, die verstehen wollen, warum diese Kategorie so geliebt wird.
Die Königsklasse: Zenato Amarone
Der Zenato Amarone della Valpolicella DOCG gehört zu den großen Namen der Appellation: konzentriert und doch elegant, mit Kirschkonfitüre, Schokolade, Tabak und einem Abgang, der nicht enden will. Der Wein für besondere Abende – und ein großartiges Geschenk.
Die Produzenten in unserem Sortiment
Zenato – die Amarone-Familie vom Gardasee
Sergio Zenato gehörte zu den Winzern, die Valpolicella und Lugana groß gemacht haben. Heute führt die Familie das Weingut weiter – die Ripassa und der Amarone zählen zu den bekanntesten Botschaftern Venetiens weltweit. Alle Weine von Zenato →
Rocca Sveva – Qualität aus Soave
Die Premium-Linie der traditionsreichen Kellerei aus Soave steht für sorgfältige Selektion und ein hervorragendes Preis-Genuss-Verhältnis – vom Soave Classico bis zum Ripasso. Alle Weine von Rocca Sveva →
Zu welchem Essen passen Amarone & Ripasso?
- Schmorgerichte – Brasato, Ossobuco, geschmorte Rippchen: die Paradedisziplin
- Wild – Hirsch, Wildschwein, Wildragù mit Polenta
- Risotto all'Amarone – das Kultgericht Veronas
- Gereifter Käse – Parmigiano, Monte Veronese, würzige Hartkäse
- Solo am Kamin – der Amarone ist auch ein wunderbarer „Meditationswein“ für lange Abende
Häufige Fragen zu Amarone & Ripasso
Was bedeutet Appassimento?
Das monatelange Trocknen der Trauben auf Gittern oder in Kisten nach der Lese. Die Trauben verlieren Wasser, die Aromen konzentrieren sich – die Grundlage jedes Amarone.
Was ist der Unterschied zwischen Ripasso und Amarone?
Der Amarone wird komplett aus getrockneten Trauben gekeltert. Der Ripasso ist ein Valpolicella, der auf den Amarone-Trestern eine zweite Gärung durchläuft – kräftiger als Valpolicella, schlanker und günstiger als Amarone.
Wie lange kann man Amarone lagern?
Gute Amarone reifen problemlos 10–20 Jahre und gewinnen dabei an Komplexität. Auch Ripasso hält sich je nach Jahrgang gut 5–10 Jahre.
Bei welcher Temperatur serviert man Amarone?
Bei 16–18 °C – und am besten 1–2 Stunden vorher dekantieren, damit sich die Aromen voll entfalten. Der Ripasso freut sich ebenfalls über etwas Luft.
Warum ist Amarone so teuer?
Für eine Flasche braucht es deutlich mehr Trauben als bei normalem Wein (das Trocknen kostet bis zu 40 % Volumen), dazu monatelange Trocknung und lange Fassreife – Amarone ist echtes Handwerk mit Zeit.
Fazit: Venetiens große Kunst
Amarone und Ripasso zeigen, was aus einer einfachen Traube werden kann, wenn man ihr Zeit gibt – die perfekten Weine für die kalte Jahreszeit.
Entdecke jetzt unsere Amarone- & Ripasso-Auswahl – vom Einstiegs-Ripasso bis zum großen Zenato Amarone. Direkt aus unserem Lager in Deutschland bequem online bestellen. Noch mehr italienische Rotweine findest du in unserer Rotwein-Auswahl.


